Eine genaue Gründungszeit der Mühle ist nicht bekannt.
Die Mühle und Schneidsäge wurden bis nach 1900 durch zwei große Wasserräder angetrieben.
Die Mühle bestand aus einer Leinölpresse, einem Breinstampf und der Getreidemühle. Bis Ende des 19. Jahrhunderts wurden in der Mühle die Flachssamen zu Leinöl gepresst und die Hirse gestampft.
Eine Getreidesteinmühle mit zwei Gängen war die eigentliche Mühle. In dieser wurde das Getreide von den Bauern der umliegenden Dörfer gemahlen. An die Zeit als die Bauern noch mit dem Getreide zum mahlen kamen, kann sich Josef Friedrich noch gut erinnern. Weil der Weg von Raindorf zur Raindorfmühle in so schlechtem Zustand war, wurde der Sack mit Getreide auf dem hölzernen Schubkarren über die Wiesen angeleifert. Zu dieser Zeit (vor 1950) gab es nur zwei Getreidesorten, Roggen und Hafer. Andere Getreisedesorten waren bei uns nicht heimisch. Der Hafer war Futtermittel für Hühner, Kühe und Pferde. Aus dem Roggen wurde Mehl und Futtermittel für den Hof gemahlen. Drei verschiedene Mehle wurden durch das Mahlen erzeugt. Das "weiße" Mehl, das man zum Kochen brauchte. Ein "schwarzes" Mehl das zum Brotbacken verwendet wurde. Der Rest des Roggen war Saumehl und Kleie, dass als Futtermittel verwendet wurde.
Die Raindorfmühle war vor 1945 für Raindorf und auch für die umliegenden Dörfer die nächste Möglichkeit wo man das Getreide mahlt, Holz sägt, Flachs und Hirse pressen konnte. Nachdem der Mühlbetrieb für die Bauern um 1950 eingestellt wurde, mussten die Raindorfer zur weiter entfernen Mühle, der Hainmühle nach Kaltenbrunn fahren. Einige Jahre wurde noch für den eigenen Gebrauch gemahlen, dann aber wurde die Mühle stillgelegt. Die Getreidesteimühle ist in gutem Zustand bis heut erhalten geblieben.